Selektiver Studienauftrag Campus Mühleboden, Therwil
„Eine wandelbare Lernlandschaft für Schule und Gemeinde“
Therwil, CH, 2024
Status: Konzept
Entwurf: Alma Maki
Mitarbeit: Friederike Kluge, Meik Rehrmann
Projektpartner: BRYUM, BAKUS Bauphysik, Waldhauser Hermann, ZPF Ingenieure
Visualisierung: OS Images
Der Campus Mühleboden in Therwil wird als zusammenhängendes Ensemble weiterentwickelt. Ziel des Projekts ist es, die vorhandenen Gebäude zu stärken, ihre Potenziale auszuschöpfen und den Schulstandort langfristig wandelbar zu machen. Statt eines singulären Neubaus entsteht ein transformierter Campus, der Bestehendes bewahrt, gezielt ergänzt und neu verknüpft.
Ein grüner Rahmen mit entsiegelten Flächen, schattenspendenden Bäumen und Retentionsbereichen verbessert das Mikroklima und verleiht dem Areal Identität. Eine zentrale Wegachse verbindet die unterschiedlichen Nutzungen und spannt eine Abfolge vielfältiger Aussenräume auf. Obstbäume, Schulgärten und Naturbereiche machen ökologische Zusammenhänge im Alltag erfahrbar und integrieren den Freiraum als pädagogischen Bestandteil des Schulbetriebs.
Städtebaulich wird die Adresse zur Benkenstrasse geschärft. Die neue Schul- und Gemeindebibliothek bildet gemeinsam mit dem historischen Schulhaus den Auftakt des Campus. Sie öffnet sich zum Benkenplatz und fungiert als Bindeglied zwischen Schule und Gemeinde. Gleichzeitig bleibt das kleinteilige Dörfli als geschützter Bereich für Kindergarten und Betreuung erhalten.
Das Raumprogramm ist dezentral organisiert. Klassencluster verteilen sich auf mehrere Baukörper, Gruppenräume liegen jeweils in unmittelbarer Nähe der Unterrichtsräume, gemeinschaftliche Nutzungen sind über das Areal vernetzt. Im Zentrum des Schulhauses entsteht ein grosszügiger Multifunktionsraum, der als Forum, Allwetter-Pausenhalle und Veranstaltungsort dient. Im Mittelpunkt steht der Erhalt des Bestands. Durch Sanieren, Umbauen, Anbauen und Aufstocken werden Ressourcen geschont und graue Energie bewahrt. Neue Bauteile entstehen in Holzbauweise mit nachwachsenden, emissionsarmen Materialien und sind rückbaubar konzipiert. Begrünte Dächer, Photovoltaikanlagen, natürliche Lüftung und die Einbindung in einen Wärmeverbund tragen zu einem nachhaltigen Betrieb bei.
Die dezentrale Strategie erlaubt eine etappenweise Realisierung und sichert langfristige Flexibilität. Der Campus bleibt anpassungsfähig und offen für zukünftige Entwicklungen.

