Neubau Schöpflin Schule, Lörrach
„Zwischen drinnen und draussen: Lernlandschaften für den kindlichen Massstab“

 

Lörrach, D, 2020 – 2022
Status: gebaut

Entwurf: Alma Maki
Mitarbeit: Meik Rehrmann, Friederike Kluge, Hannah von Knobelsdorff (Projektleitung), Felix Bächli, Lukas Jahn, Valerio Dorn

Fotos: Alma Maki

Das geplante Bildungshaus wird Lern- und Lebensraum für 100 Grundschülerinnen und Grundschüler und ca. 10 Pädagog*innen. Grundlage für die Schulbildung bildet die Überzeugung, dass es neue Wege des Lernens braucht, damit Kinder und Jugendliche gemäss ihrer Individualität in ihren Begabungen gefordert werden und Erfahrungen von Gemeinsinn, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Beteiligung erfahren können. Traditionelle Annahmen über das Lernen als reine Vermittlung von Wissen im 21. Jahrhundert werden damit in Frage gestellt. Die Schüler erhalten vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung ihrer Lern- und Sozialräume. Das Lernen soll ein Experimentierfeld bilden, in dem auch die Natur, Kultur und Kunst eine große Rolle spielt. Für diese neue Art des Lernens werden nicht nur Gebäude, sondern eine vernetzte Landschaft und viele Partner benötigt, die mit der Schule interagieren und kooperieren. Die Grundschule besteht aus drei eingeschossigen Gebäuden, die sich inhaltlich in ein Lernhaus, ein Mehrzweckhaus und ein Haus für die Administration aufgliedern. Die Häuser sind über den Grünraum miteinander verbunden und ermöglichen einen lebendigen Austausch zwischen den Räumen. So entstehen flexible Übergänge, pädagogische Interaktion und eine altersübergreifende Gemeinschaft. Während im Lernhaus exklusive Lern- und Schutzräume zur Verfügung stehen, sind die Räume im Mehrzweckhaus für Begegnungen und ein Miteinander vielseitig nutz- und einsetzbar. Das Mehrzweckhaus birgt zudem einen großen Saal, der als Speiseraum, Versammlungs- und Aufenthaltsort für grössere Schülergruppen sowie als interner und externer Veranstaltungsort verwendet werden kann.

Im Haus der Administration befinden sich die Räume für Lehrer, Lehrerinnen und Schulverwaltung. Neben den Räumen mit zugewiesener Bestimmung ergeben sich diverse Zwischenbereiche als räumliche Erweiterungen, Kommunikations- oder Rückzugsorte. Dazu zählen die innenliegenden Korridore aber auch der aussenliegende Umlauf mit Einbuchtungen, die einen überdachten Aufenthalt und Schulstunden im Freien möglich machen.

Angeregt von der Reggio-Pädagogik, die den Raum als «dritten Pädagogen» bezeichnet, sind alle drei Häuser auf der Grundlage eines 6-Eck-Rasters entworfen. Die Bienenwabenform taucht in pädagogischen Konzepten immer wieder auf, da keine Hierarchien im Raum entstehen. So wird auch in der Schule nicht von Lehrer*innen gesprochen, sondern von Lernbegleiter*innen.

Das Grundmaterial der Gebäude ist Holz. Der Aufbau von Böden, Decken und Wänden erfolgt geschichtet, so dass sie im Falle eines Rückbaus wieder in alle Einzelelemente zu trennen sind. Die Wandoberflächen aus Holztafeln werden roh belassen. Sie sollen von den Schülerinnen und Schülern genutzt, gestaltet und bearbeitet werden. Auf dem Gelände der Schule sind keine Versiegelungen vorgesehen. Vielmehr wird es jeweils sickerfähige befestigte und grüne Flächen geben. Alle Bereiche sollen den Schülerinnen und Schülern als Lern-, Aufenthalts-, Kreativ- und Spielorte uneingeschränkt zugänglich sein. Dazu gehören gleichfalls Sickermulden, die die Dachentwässerung sichtbar abführen und das Gelände bei Regen um flache Wasserläufe bereichern.

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